Am 7. Juni 1876, das war der Mittwoch nach Pfingsten, fand also der erste Familientag der Familie Bernbeck statt, den Carl Leimbach (A 81) zusammen mit dem Gießener Lokalkomité und dem Provisorischen Festausschuss sorgfältig vorbereitet hatte. Im Korrespondenzblatt vom 1. Juli 1876 berichtet Wilhelm Wahl (A 22) ausführlich darüber. Dort lesen wir: (aa0. 38f): „Schon am Vorabend versammelten sich im Café Ebel das Localcomité, der Familienausschuss und andere bereits an-gekommene Familienmitglieder, unter ihnen auch einige junge Frauen und Jungfrauen, um (…) die am Festtage zur Beratung kommenden Gegenstände einer vorläufigen Besprechung zu unterziehen. Den Vor-sitz übernahm das älteste Mitglied des Familienausschusses, Vetter Carl Bernbeck aus Queck (C 2). Franz Wahl (A 23) legte einen „Entwurf der Statuten der Familie Bernbeck „ vor, der in allen wesentlichen Punk-ten gutgeheißen, in einigen wenigen modifiziert wurde.

Informationen zu Carl Leimbach finden sich in dem von Otto-Georg Richter (F 9433) zusammengestellten Familienbuch:

Carl Ludwig Leimbach (A 81), geboren am 18.05.1844 in Treysa, Heirat am 07.10.1869 in Schmalkalden mit Ida Justine Emilie Münch, gestorben am 30.12.1905 in Hannover.

Er [..] trat dann in die Untertertia des Gymnasiums zu Marburg über, bestand im März 1862 daselbst die Reife-prüfung und widmete sich auf der dortigen Hochschule dem Studium der Theologie und Philologie; bestand am 16.05.1866 die theologische Fakultäts-prüfung und Ende Mai das sogenannte kirchliche Tentamen; [..] war vom 01.08.1869 an als Lehrer am Realgymnasium zu Schmalkalden tätig und rückte daselbst bis zum III. ordentlichen Lehrer auf. Nachdem er im Februar 1873 das Examen pro fac. Docendi bei der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg abgelegt und am 03.02.1874 die Würde der theologischen Licenciatur zu Erlangen erworben, folgte er einem Ruf nach Hannover, wo er zu Michaelis 1874 als ordentlicher Lehrer an der I. Realschule I.O. eintrat; wurde 1875 vom Königlichen Rheinischen Provinzialschul-kollegium auf Vorschlag des Geheimen Oberregierungsrats Dr. Staudter in Berlin in die I. ordentliche Lehrerstelle am Königlichen Gymnasium zu Bonn berufen, gab daselbst an mehreren höheren Töchter-schulen Unterricht in Literatur und Religion und folgte dann einem Ruf nach Goslar, wo ihn der Magistrat am 27.06.1877 auf Vorschlag des Provinzialschulkollegiums zu Hannover zum Direktor der Realschule I. Ordnung gewählt hatte. [..] Im September 1895 zum Provinzial-Schulrat in Schlesien berufen und als solcher landesherrlich bestätigt, erfolgte sein Überzug nach Breslau im Oktober jenes Jahrs; wurde 1900 von Breslau an das Provinzialschulkollegium in Hannover versetzt, erhielt 1903 den Charakter als Geheimer Regierungsrat.

Wir schreiben das Jahr 2016. Das bedeutet, dass der Familienver-band Bernbeck, gegründet 1876, 140 Jahre alt geworden ist. 140 ist zwar keine anerkannte Jubiläumszahl wie 150, aber doch eine schön runde und bemerkenswerte Zahl, die für einen Familienverband ein stattliches Alter anzeigt. Denn schon vor einigen Jahren ließ die schrumpfende Zahl der Teilnehmer an den Familientagen Zweifel auf-kommen, ob unser Verband überhaupt das 120. Lebensjahr erreichen würde. Jetzt, 20 Jahre nach dem befürchteten Sterbetermin, können wir feststellen: wir sind immer noch da, zwar unübersehbar geschwächt, aber noch nicht ganz am Ende. Ein kleiner Trupp von stammesbewuss-ten Verwandten hält das Fähnlein der Familienverbundenheit aufrecht und gibt sich redliche Mühe, das frühere Feuer der Begeisterung für die Familientage nicht völlig verglimmen zu lassen.

Beim kleinen Familientag in Offenbach wurde den anwesenden Mitgliedern der Familie Bernbeck von mir (F9433) die Neuigkeit überbracht, daß der lange für ausgestorben gehaltene Stamm Strack I der Familie Bernbeck in den USA blüht und gedeiht.  Wie kommt man zu solcher Information?  Am 10. Januar 1997 hat John L. Block aus Coatsburg in Illinois eine Nachricht in einem der Genealogie-Foren im Usenet hinterlassen, daß er Informationsaustausch mit anderen sucht, die so wie er an Warren County in Missouri interessiert sind.  Nun, auf eine sol-che „Message“ hatte ich seit etwa 2 Jahren gewartet, denn schließlich waren zwei der 4 Kinder von Gottfried Strack und Henriette Bernbeck genau dorthin ausge-wandert, nämlich Charlotte Strack (Ehefrau von Georg Münch) und ihr jüngerer Bruder Karl Konstantin Strack.  Unser Familienstammbuch von 1895 listet eine ganze Reihe Nachkommen von letzterem.  Mit der Neuausgabe von 1921 konnte leider keine weitere Information ergänzt werden; der Kontakt war abgerissen.  Bei so vielen Nachkommen konnte und wollte ich es nicht wahr haben, daß keine lebenden Nachkommen mehr existieren sollten.  Schon rein statistisch war dies äußerst unwahrscheinlich.  Nur, wie reaktiviert man den Kontakt?  Ich hatte schon früher in amerikanischen Telefonbüchern gesehen, daß die Namen Münch, Strack, Schowengerdt, Dobsch und Middelkamp nach wie vor stark in Missouri knapp westlich von St. Louis vertreten waren.  Allerdings schreibt oder telefo-niert man ja nicht einfach drauflos, wenn die Kosten für Post und Telekom so hoch sind wie bei uns in Deutschland.  Also geduldig die vielen Nachrichten im Internet studieren ...  Also, in diesem Jahr wurde ich fündig.  Noch am selben Tag schrieb ich an John Block und teilte ihm die aus unserem Familienstammbuch be-kannten Daten mit.  Nur einen Tag später kam von ihm eine umfangreiche Ant-wort, aufgeteilt in 4 einzelne Messages.  Bereits