Nun bin ich zurück in Deutschland angekommen und es ist Zeit mein „weltwärts“-Jahr in Südafrika zu reflektieren. Gerne möchte ich euch daran teilhaben lassen und euch einen Einblick in meine Erlebnisse geben.

Mein Projekt war in Johannesburg stationiert, näher gesagt im Westen Johannesburgs in einem kleinen Ort namens „Wilro Park“. Dort habe ich mit teilweise bis zu 7 wechselnden Mitfreiwilligen in einer deutsch gegründeten christlichen evangelisch – lutherischen Gemeinde („West Rand Lutheran Community Church“) gearbeitet. Die Gemeinde ist sehr groß, es gibt drei Pfarrer, einen der für die Jugendlichen verantwortlich ist, Jürgen Lier, eine Kinderpastorin, Isabeau Weyer und den Hauptpastor Jochen Volker. Jeden Sonntag finden ein deutsch- und ein englischsprachiger Gottesdienst statt, die beide von Jochen Volker gehalten werden.  Auf dem Kirchengrundstück befinden sich neben dem Kirchengebäu-de auch eine Grundschule mit dem Namen „Riverbank“, ein Kinder-garten mit dem Namen „Joyland“, ein Haus in dem zwei Pflegemütter mit jeweils vier Pflegekindern leben, ein Sportplatz, die Häuser von Jochen und Isabeau und zu guter Letzt die Zimmer in denen wir Freiwillige gelebt haben.

Von Beginn an waren wir Freiwilligen in das Gemeindeleben einge-bunden. Zu meinen Aufgabenbereichen gehörten die Kinder- und Ju-gendarbeit, Mitarbeit im Kindergarten und bei der Hausaufgabenbe-treuung und die musikalische Unterstützung in der Band. Zur Gemein-de gehören zwei große Gruppen: „IK“ was für „Incredible Kids“ steht und der Name der Kindergruppe ist und „Holy Culture“ was der Name der Jugendgruppe ist. Beide finden freitags statt; IK von 14.30 – 18.00 Uhr und Holy Culture von 19.00 – 21.30 Uhr. Der Hauptschwerpunkt der Freiwilligen lag darin Programm mit Bibelgeschichten, Spielen und Basteleien für beide Gruppen vorzubereiten und dann am Freitag durchzuführen und zu leiten. Für die Vorbereitungen hatten wir also jeweils mit Isabeau oder Jürgen regelmäßige Treffen an verschiede-nen Abenden.
Die wohl schönsten Wochen im Jahr waren die beiden Freizeiten der Gruppen: „Kailager“, das Jugendcamp mit ca. 140 Jugendlichen und 50 Mitarbeitern direkt am Indischen Ozean im Dezember, und „Winter Week“, die Kinderfreizeit mit ca. 340 Kindern und 80 Mitarbeitern auf unserem Gelände im Juni. Für beide Freizeiten gab es für uns Freiwil-lige viel an Programm vorzubereiten, doch wir haben auch sehr viel heraus bekommen. Es waren unglaubliche Wochen mit einer wunder-schönen Atmosphäre. Am meisten berührte es mich, zu sehen, wie Kinder/ Jugendliche zusammen wachsen und immer offener werden, Freundschaften schließen und auch näher zu Gott kommen in dieser Zeit.

Außerdem gehörte auch der sonntägliche Kindergottesdienst zu meinen Aufgabenbereichen. Dort habe ich dann immer eine bestimmte Al-tersgruppe betreut und mit ihnen eine Bibelgeschichte gelesen und bearbeitet.

Im Kindergarten „Joyland“ habe ich von November an in der Klasse der 5 jährigen jeden Morgen von 7.00 bis 13.00 Uhr gearbeitet und die Gruppe auch für einen Monat alleine unterrichtet und das Programm erarbeitet. Normalerweise war ich aber Assistentin der Lehrerin und habe ihr geholfen das tägliche Programm durchzuführen. Außerdem habe ich einige Andachten für die ganze Schule gehalten, die ich mir zuvor auch selbst überlegt habe.

Nach meiner Mittagspause ging es dann von 14 – 16 Uhr weiter mit der Hausaufgabenbetreuung, bei der ich eine Gruppe von 8 Kindern bei den Hausaufgaben betreut und geholfen habe. Die Kinder kamen von der Grundschule „Riverbank“ oder von Schulen aus dem Um-kreis.  Anschließend haben wir noch oft draußen mit den Kindern ge-spielt.
In der Band mit Gitarren, Keyboard, Bass, Trompete und Schlagzeug habe ich gesungen. Wir haben freitagabends in Holy Culture und auch sonntags in den Gottesdiensten den Lobpreis für die Jugendlichen/die Gemeinde angeführt.

Außerdem war ich Mitglied im afrikanischen Chor den einige der lokalen Jugendmitarbeiterinnen und -mitarbeitern gegründet haben. In meiner Freizeit habe ich vieles mit meinen vielen neuen südafrikanischen Freunden unternommen. Wir haben Johannesburg erkundet und waren in vielen verschiedenen Stadtteilen unterwegs um die Großstadt besser kennenzulernen. Aber auch bei uns an der Gemein-de war immer etwas los, wir haben viele Filme zusammen geschaut, gemeinsam gekocht und „gebraiit“ (=gegrillt) oder waren auf christli-chen Konzerten. Außerdem war ich mit meinen Mitfreiwilligen in den Drakensbergen, einem Nationalpark namens „Pilanesberg“ und wir sind an der Küste entlang nach Kapstadt gereist. Mit meinen Eltern, die im März zu Besuch waren, habe ich den Krüger- Nationalpark und das Landesinnere im Norden bereist.

Außerdem hatten wir ein Zwischenseminar vom „Deutsch-Südafrikanischen Jugendwerk“ im Februar 2013 auf einer Farm, bei der wir Gelegenheit bekommen haben noch einmal in der großen Gruppe unsere Projekte vorzustellen, Probleme zu diskutieren und von den anderen zu lernen. Ich war das ganze Jahr über sehr zufrieden und glücklich mit meiner Organisation!

Das Land zu sehen war so schön, genau wie es mitzuerleben. Südafri-ka hat mir in diesem Jahr sehr viel gegeben, ich habe vieles gelernt über Kulturen, Menschen, Gott und über mich selbst. Ein Jahr lang in eine andere Kultur und Lebensweise einzutauchen ist wirklich wunder-schön und man kann nur etwas für sich selbst mitnehmen. Es ist toll zu sehen, was für einen Einfluss ich auf Kinder und Jugendliche habe, aber auch wie diese mich geprägt haben. Speziell im Glauben ist es für mich immer inspirierend Kindern zuzuschauen. 

Vielen Dank an dieser Stelle an Euch alle, die ihr mich unterstützt habt! Ihr habt mir etwas Wunderbares ermöglicht, das ich nicht vergessen werde!

Noch viel mehr Informationen gibt es auf meinem Blog www.theresa-in-suedafrika.jimdo.com und auch ein Video, das Judith und ich über unser Projekt gedreht haben, ist im Internet zu finden http://vimeo.com/65541737

Social Share:
Go to Top