Informationen zu Carl Leimbach finden sich in dem von Otto-Georg Richter (F 9433) zusammengestellten Familienbuch:

Carl Ludwig Leimbach (A 81), geboren am 18.05.1844 in Treysa, Heirat am 07.10.1869 in Schmalkalden mit Ida Justine Emilie Münch, gestorben am 30.12.1905 in Hannover.

Er [..] trat dann in die Untertertia des Gymnasiums zu Marburg über, bestand im März 1862 daselbst die Reife-prüfung und widmete sich auf der dortigen Hochschule dem Studium der Theologie und Philologie; bestand am 16.05.1866 die theologische Fakultäts-prüfung und Ende Mai das sogenannte kirchliche Tentamen; [..] war vom 01.08.1869 an als Lehrer am Realgymnasium zu Schmalkalden tätig und rückte daselbst bis zum III. ordentlichen Lehrer auf. Nachdem er im Februar 1873 das Examen pro fac. Docendi bei der Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg abgelegt und am 03.02.1874 die Würde der theologischen Licenciatur zu Erlangen erworben, folgte er einem Ruf nach Hannover, wo er zu Michaelis 1874 als ordentlicher Lehrer an der I. Realschule I.O. eintrat; wurde 1875 vom Königlichen Rheinischen Provinzialschul-kollegium auf Vorschlag des Geheimen Oberregierungsrats Dr. Staudter in Berlin in die I. ordentliche Lehrerstelle am Königlichen Gymnasium zu Bonn berufen, gab daselbst an mehreren höheren Töchter-schulen Unterricht in Literatur und Religion und folgte dann einem Ruf nach Goslar, wo ihn der Magistrat am 27.06.1877 auf Vorschlag des Provinzialschulkollegiums zu Hannover zum Direktor der Realschule I. Ordnung gewählt hatte. [..] Im September 1895 zum Provinzial-Schulrat in Schlesien berufen und als solcher landesherrlich bestätigt, erfolgte sein Überzug nach Breslau im Oktober jenes Jahrs; wurde 1900 von Breslau an das Provinzialschulkollegium in Hannover versetzt, erhielt 1903 den Charakter als Geheimer Regierungsrat.

Neben der Lehrtätigkeit war Carl auch vielfach literarisch tätig, zu-nächst als Mitarbeiter und von 1874 bis 1888 als verantwortlicher Her-ausgeber des von seinem Vater gegründeten „Christlichen Schulboten“. Michaelis 1888 gab er das Blatt auf, um der neugegründeten „Deutschen Lehrerzeitung“ die Wege zu ebnen. Am Ende 1887 hatte er nach 7-jährigem Bestehen das von ihm gegründete Wochenblatt „Unser Feierabend“ oder „Des Lehrers Feierabend“ eingehen lassen, um sich zu entlasten. Auf dem ersten deutschen evangelischen Schulkongress zu Frankfurt am Main zum Präsidenten gewählt, vorbereitete und leitete er auch die 4 folgenden Kongresse zu Kassel, Stuttgart, Hannover und Barmen, trat dann auf dem 5. Kongress vom Präsidium zurück, wurde aber zum Ehrenpräsidenten der folgenden Schulkongresse ernannt.

Seine literarische Tätigkeit war vielfältig: Die Würde der theologischen Licentiatur erwarb er durch die lateinische Dissertation: „De non-nullis locis Tertulliani ad sacram coenam pertinentibus“ von der Universität Erlangen, die philosophische Doktorwürde durch eine Dissertation „De Commodiani carmen apologeticum adversus Gentes et Ja-daeos“ von der Universität Rostock am 31.12.1874 verliehen. Beide Dissertationen erschienen in deutscher Sprache; jene unter dem Titel „Beiträge zur Abendmahlslehre Tertullians“ (Gotha, F. A. Perthes 1874), diese 1871 als Programm der höheren Bürgerschule zu Schmalkalden. Auch später in Hannover hat er eine umfangreiche literarische Tätigkeit entfaltet, besonders in der von ihm herausgegebenen Zeit-schrift „Haus und Schule“; Werke theologischen, pädagogischen und literaturgeschichtlichen Inhalts erschienen zum Teil in mehreren Auflagen.

Er war der Begründer des Korrespondenzblattes des Familie Bernbeck und Redakteur vom April 1876 bis zum 01.10.1878, sodann vom 01.05. bis Juli 1879, endlich vom Mai 1883 bis Juni 1884; Präsident des 1., 4., 5., 8.-12. Familientags. Ihm wurde auf dem Familientag im August 1905 zum letzten Mal das Präsidium übertragen. Noch einmal durfte der bewährte und eigentlich unentbehrliche Präsident dieser Tagungen die Familie durch seine frische, markige und herzgewinnende Ansprache begeistern und ihr die große Aufgabe einprägen, der Zukunft den Wert der Vergangenheit klarzumachen.