Kapitel 1

Wenn der Regen leise, sanft oder hart gegen die Fensterscheibe trommelte, erzählte er damit eine eigene schreckliche und zugleich schöne Geschichte.
Ich liebte es ihm zuzuhören und malte mir manchmal aus, dass er mir erzählte, an welchen Orten er schon alles gewesen war.

Wir fuhren jetzt schon eine ganze Weile, durch die hämmernden Tropfen eines lauthals schreienden Wesens.
Neben mir saßen Liam und Kyle, meine zwei Jahre jüngeren Brüder, die sich aufs Haar glichen, jedoch nicht auf einen der vielen menschlichen Charakterzüge, die sie miteinander verbanden.
Im Moment schliefen sie, leise und wie kleine Babys, gelehnt an den jeweils anderen und kurz davor aus den wahrscheinlich feuchten Träumen zu erwachen.

Vor mir saß meine Mum und versuchte ein relativ leichtes Sudoku auf ihrem Handy zu lösen, während mein Dad neben ihr seinen Blick auf die Straße gerichtet hatte, der manchmal abschweifte, um in den Rückspiegel zu sehen, damit er sich vergewissern konnte, dass noch alles in Ordnung war.

„Hey, Jungs! Aufwachen!“, rief Dad nach hinten und zwei braunhaarige Teenager schraken aus ihrem Traum hervor. Meine Brüder waren eingeschlafen, sobald das Auto angefangen hatte sich zu bewegen und hatten zwischendurch nur ein paar kleine Schnarcher abgegeben.
Verwirrt sahen sich die beiden um und bemerkten, dass sie immer noch im Auto saßen und dass sie ein Viertel des Tages in ihrem Traum verschwunden war.

Auf dem Navi stand, dass wir nur noch zehn Minuten Fahrt vor uns hatten, naja bis wir den Highway verlassen würden.
Danach erwarteten uns nur noch wenige Momente, bis wir in das etwas ländlichere Städtchen Bucksville fahren würden, in dem Grandma Thea lebte und aufgewachsen war.  
Überraschenderweise sah Bucksville ganz anständig aus, die Leute, die sich auf den Bürgersteigen bewegten, sahen auch ganz normal aus.
Ich hatte mir unter einer solchen Stadt einen Haufen fremdenfeindlicher Spießer vorgestellt, aber anscheinend gab es hier nur das Gegenteil.
„Willkommen in Bucksville.“, grinste Mum und zum ersten Mal sah ich dieses Flimmern in ihren Augen. Es war ein trauriges, aber auch glückliches Flimmern.
Was war mit ihr los?

Anmerkung: Wenn Sie die Fortsetzung lesen möchten oder Vorschläge haben, was alles passieren könnte, dann schreiben Sie uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.