Der Senior der Familie ist - per Definition - der älteste lebende männliche Nachkomme unserer Stammeltern Johann Daniel Bernbeck und Charlotte geb. Schneider. Früher war er offiziell der Vorsteher der Familie, hat aber seit Februar 1966, dem Tod des damaligen Seniors Onkel Emil Breunlin (F64), nie wieder an Sitzungen des Familienrats teilgenommen. Sollte er zu einem späteren Zeitpunkt doch einmal wieder teilnehmen, hat er allerdings auch Stimmrecht im Familienrat.

Erster Senior der Familie war der Sohn unserer Stammeltern, Christian Bernbeck, allgemein auch der "Pate" genannt, da er zwar nie verheiratet war und somit keine eigenen Kinder, dafür aber gleich mehrere Dutzend Patenkinder hatte. In der folgenden Tabelle sind alle Senioren aufgelistet, wobei zwei Reihenfolgen angegeben sind. Die erste Nummer gibt die Reihenfolge nach Alter, d.h. wenn zu jedem Familienmitglied die heute bekannten Geburts- und Todesdaten zum Zeitpunkt des Amtsantritts bekannt gewesen wären. Da dies allerdings oftmals nicht der Fall war, da halt schon früher der Kontakt zu manchem Familienzweig verloren ging, gibt die zweite Nummer die Reihenfolge an, in der das Amt tatsächlich ausgeübt wurde.

Die Senioren
der Familie Bernbeck
Stand: 08.11.2004
Nr. Geburts- Amtierte Alter bei Amts- antritt Amtsdauer Refe- renz Name Anm.
Alter Amt tag von bis J M T  
 
1 1 09.01.1799 07.06.1876 15.01.1882 77 5 7 9   Christian Bernbeck  
2 2 26.03.1811 15.01.1882 18.11.1883 70 1 10 3 B3 Karl-Konstantin Strack 1)
3 3 14.12.1812 18.11.1883 22.02.1886 70 2 3 5 B4 Wilhelm Strack  
4 4 14.06.1815 22.02.1886 14.02.1891 70 4 11 24 D1 Hermann Strack  
5 5 10.04.1824 14.02.1891 01.01.1899 66 7 10 19 A9 Emil Wahl  
6 6 08.02.1830 01.01.1899 11.11.1904 68 5 10 11 C2 Karl Bernbeck  
7 7 05.10.1831 11.11.1904 05.03.1913 73 8 3 23 C3 Hermann Bernbeck  
8 8 01.01.1841 05.03.1913 17.03.1914 72 1 0 13 E3 Gustav Bernbeck  
9 9 24.07.1841 17.03.1914 10.12.1919 72 5 8 24 G2 Christian Scriba  
10   24.10.1844 10.12.1919 03.02.1933 75 13 1 22 B31 Karl Strack 2)
  10 30.01.1848 10.12.1919 26.10.1925 71 5 10 17 A22 Wilhelm Wahl  
11   29.02.1848 03.02.1933 19.03.1935 84 2 1 17 B33 Wilhelm Strack 2)
12 11 18.11.1849 26.10.1925 01.05.1938 75 12 6 6 A23 Franz Wahl  
13 12 05.12.1858 01.05.1938 03.08.1939 79 1 3 3 B37 Hermann Strack 2)
14 13 05.08.1863 01.05.1938 01.09.1944 74 6 4 0 D1A Karl Strack 3)
15 14 24.09.1863 01.09.1944 29.12.1945 80 1 3 29 C31 Hermann Bernbeck 3)
16   27.01.1864 29.12.1945 04.10.1948 81 2 9 6 B39 Gustav Strack 2)
17 15 27.03.1867 29.12.1945 09.06.1952 78 6 5 12 C25 Georg Bernbeck  
18 16 16.01.1870 09.06.1952 22.02.1966 82 13 8 14 F64 Emil Breunlin  
19   01.05.1877 22.02.1966 14.12.1970 89 4 9 23 A342 Heinrich Schröder 4)
  17 03.08.1880 22.02.1966 12.09.1970 86 4 6 22 A222 Wilhelm Wahl 4)
20 18 10.05.1882 12.09.1970 01.05.1972 88 1 4 18 D142 Hermann Gastauer 4)
21   18.08.1885 01.05.1972 15.10.1979 85 7 5 2 B324 Friedrich (Cook) Strack 2)
  19 04.10.1889 01.05.1972 11.08.1972 82 0 3 11 A671 Karl Kessler  
22   21.09.1890 15.10.1979 03.04.1987 89 7 5 19 B381 Cornelius Strack 2)
  20 14.12.1891 11.08.1972 04.06.1974 80 1 9 25 A859 Hans Schanze  
  21 07.08.1895 04.06.1974 02.03.1977 78 2 8 27 A226 Ludwig Wahl  
23 22 05.01.1898 02.03.1977 04.04.1987 79 10 1 3 C235 Karl Bernbeck 5)
24 23 14.07.1901 04.04.1987 12.12.1989 85 2 8 9 C331 Hans Hermann Bernbeck  
25 24 03.03.1905 12.12.1989 09.07.1993 84 3 6 28 D4131 Hermann Koch  
26 25 04.09.1906 09.07.1993 03.05.1997 86 3 9 25 A8424 Martin Ziemer  
27 26 27.12.1907 03.05.1997 14.10.2002 89 5 5 12 E516 Gilbert Bernbeck  
28 27 16.09.1908 14.10.2002 05.11.2002 94 0 0 23 E522 Carl Yockers  
29 28 14.11.1910 05.11.2002 26.11.2003 91 1 0 22 E517 Freeman Dale Bernbeck  
30 29 24.07.1917 26.11.2003 heute 87 0 11 13 B3524 John W. (Bud) Schowengerdt 6)
Anmerkungen:
1) Da von ihm seit vielen Jahren aus den USA keine Kunde gekommen war, wurde Karl-Konstantin in den bisherigen Listen von Senioren nie genannt, obwohl durch einen Brief an seinen Bruder Wilhelm 1882 bekannt war, daß er noch lebte.
2) Da es seit 1896 keine Kunde mehr über den Stamm Strack I in den USA gegeben hatte (bis 1997), konnten die dortigen Familienmitglieder naturgemäß in der Reihenfolge nicht berücksichtigt werden. Verschiedene der in Deutschland "amtierenden" Senioren wären dies nie geworden, wenn die Information stets komplett gewesen wäre.
3) Hermann wurde Senior, da sein um etwa einen Monat älterer Vetter Karl aus Gesundheitsrücksichten es ablehnen musste, das Amt des Seniors zu übernehmen. Nach Karl's Tod am 01.09.1944 war Hermann dann "ordnungsgemäß" Senior.
4) Heinrich hat das Amt des Seniors seinem Subsenior, Wilhelm Wahl (A222), überlassen. Da Wilhelm kurz vor Heinrich starb, war er also tatsächlich nie der altersmäßige Senior und - demzufolge - Hermann Gastauer (D142) also eigentlich erst ab 14.12.1970 Senior.
5) Karl wäre nur 2 Tage (!) lang Senior gewesen, wenn die Existenz und das Alter von Cornelius Strack damals bekannt gewesen wären!
6) Bud, der nun schon der 4. Senior hintereinander in den USA ist, könnte unter Umständen noch von einem anderen Familienmitglied ersetzt werden (s.u.).

 

Der Bernbecksche Familienbund

 

A. Geschichtlicher Überblick

Die Bernbeck sind nicht aus dem Hessenland hervorgegangen, sie stammen aus der Bauernschaft Holthausen bei Hattingen an der Ruhr, wo es bis vor wenigen Jahren einen Behrenbeckhof gegeben hat, der als die Stammheimat des Geschlechtes anzusehen ist; er ist nach dem Tode des letzten Namensträgers in andere Hände übergegangen. Einzelne Träger des Namens sind bis ins 14. Jahrhundert nachzuweisen. Nach den Forschungen des Essener Genealogen Wilhelm van de Loo (+ 1957) war der Hof unserer Vorfahren nicht ein Hof des Stiftes Essen oder der Abtei Werden an der Ruhr, sondern einer der rund 100 Unterhöfe des Oberhofs Eickenscheidt, des Vorbilds für Karl Immermanns vor mehr als 120 Jahren erschienenen Romans "Der Oberhof". 1486 erscheint als Hofbesitzer in einer Steuerliste der Grafschaft Mark ein Gerwyn in der Berenbeick. Die älteste auf den alten Hof Bezug nehmende Urkunde im Hattinger Stadtarchiv nennt 1531 Tilmann in der Berenbecke. Dessen mutmaßlicher Urenkel Tillmann in der Berenbecken, Bauer in Holthausen, begründete die bis heute fortzuführende Stammlinie.

Neben der urkundlichen weist auch die mündliche Überlieferung der Familie rheinabwärts. Ein Ahne, der jährlich eine Fußreise von Gießen "ins Nieder-land" machte, um "Leinen zu holen", spielt dabei eine wichtige Rolle, die inzwischen geklärt ist: offenbar zog der älteste Gießener Bernbeck, der Leinenhandel betrieb, jährlich in die alte Heimat und tauschte dort hessisches Leinen gegen Posamenten, Spitzen und Borten aus dem Wuppertal, d.h. er zählte zu den sogenannten "Langenberger" Händlern. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde dann einer der Gießener Namensträger geistlich, Johann Daniel, der Stammvater des Familienverbandes Bernbeck, der danach eine stattliche Reihe Theologen zu seinen Angehörigen zählt.

B. Der Name Bernbeck

Die Form des in Hessen verbreiteten Familiennamens Bernbeck ist nicht die älteste, von der man für die Deutung des Namens auszugehen hat. Die ältesten in und um Hattingen nachweisbaren Träger heißen ja "in der Beren-beke". Der zweite Teil ist klar, es ist die niederdeutsche Form des hochdeutschen "Bach". Die Deutung des ersten Teils machte mehr Kopfzerbrechen, ist aber inzwischen auch gelungen, nachdem man seine Mundartform ermittelt hat: die Berenbeke ist kein Eber-, auch kein Bärenbach, sondern ein Beerenbach (Biärnbeke). Dieses Gewässer gab dem Hof den Namen, ihn trugen danach die dort ansässigen Bewohner. Die um Hattingen noch gültige Form des Familiennamens ist Behrenbeck.

 

C. Organisation des Familienverbandes Bernbeck

Der damalige Gymnasial-Oberlehrer in Bonn, spätere Kgl. Provinzial-Schulrat in Hannover Geh. Reg. Rat Lic. theol. Carl Leimbach rief am 21. März 1876 in einem begeistert aufgenommenen Rundschreiben an die Verwandten den Familienverband Bernbeck ins Leben, dessen hundertjähriges Bestehen man 1976 [begangen hat]. In seiner Stärke, nämlich daß er auch die Nachkommen der Töchter des Stammelternpaares Johann Daniel Bernbeck, Pfarrer zu Wirberg und Heuchelheim bei Gießen (+ 0l.07.1825) und Charlotte Schneider (+ 0l.02.1829) umfaßt, liegt zugleich auch eine gewisse Schwäche, nämlich die starke Ausbreitung in alle Richtungen der Windrose und die Vielzahl der damit einheiratenden Familiennamen, deren genaue Zuordnung zu den einzelnen "Stämmen" beim Hören sicher nur noch wenigen Kundigen auf Anhieb gelingen dürfte. Die Organisation, die sich nunmehr [mehr als] ein Jahrhundert lang, wiewohl nicht ohne Änderungen, bewährt hat, ist die folgende, wobei den Vorstand im juristischen Sinne Schriftleiter, Rendant und Sprecher bilden.

I. Der Senior. Er ist der an Jahren älteste männliche Nachkomme des Stammpaares. In seinen amtlichen Funktionen ist er seit einigen Jahren durch den Sprecher (s. d.) abgelöst worden; die Mitarbeit in den Familiengremien steht ihm mit Sitz und Stimme frei. Er wird durch den Nächstältesten als Subsenior vertreten.

II. Der Familienrat. Der Familienverband wird nach den verheirateten Söhnen und Töchtern der Stammeltern in 7 Stämme unterteilt, von denen der zweite, Strack I, inzwischen ausgestorben ist. Diese senden in den Familienrat ihre Vertreter, die den Senior bzw. Sprecher in wichtigen Entscheidungen beraten; diese werden dem Familientag zur Beschlußfassung vorgelegt.

III. Der Familientag. Die Zusammenkünfte des Familienverbandes, des eigentlichen Familienparlamentes, finden in der Regel als Familientag alle zwei Jahre in der Regel in Gießen als dem alten Familienzentrum der Familie statt, seit langem am Sonntag nach Pfingsten. Dem Familientag voraus geht eine Vorversammlung am Vortrag, die die zur Beratung anstehenden Punkte bespricht und zur Beschlußfassung durch die Hauptversammlung vorbereitet. Insgesamt haben in den ersten 100 Jahren 46 Familientage stattgefunden, die sich im allgemeinen eines guten Besuchs - meist über 100 Personen - erfreuen.

IV. Der Rendant. Die Kassengeschäfte des Verbandes verwaltet der Rendant. Der Verband verfügt über das Postscheckkonto Nr. 10865-608 Frankfurt a. M. Der Jahresbeitrag - es ist jeweils nur eine Mindestgrenze festgelegt, die vom Familientag beschlossen wird - dient im wesentlichen zur Finanzierung des Verbandsorgans, des "Korrespondenzblattes der Familie Bernbeck". Das zwei Inflationen zum Opfer gefallene Familienstipendium ist zeitweilig durch eine vom Senior betreute Hilfskasse in gewissem Umfang ersetzt worden, die indessen auch nicht mehr besteht.

V. Das Familienblatt. Das "Korrespondenzblatt der Familie Bernbeck" bildet neben dem Familientag das stärkste Mittel zum Zusammenhalt der Familienmitglieder. Seinen ursprünglichen Charakter als Korrespondenzblatt hat es in den rund hundert Jahren seines Bestehens im wesentlichen beibehalten. Es erscheint nach Bedarf, meist viermal im Jahre. In den ersten Zeiten seines Bestehens kam es bis zu zwölfmal im Jahr heraus. Für die Herausgabe und den Inhalt ist der Schriftleiter verantwortlich; er gehört mit Rendant und Sprecher zu den Vorständen des Verbandes.

VI. Das Familienarchiv. Von dem rührigen Wilhelm Wahl (+ 1970) nach dem ersten Weltkrieg gegründet und ausgestattet, birgt das Familienarchiv Urkunden, Akten, Bücher und Bilder sowie sonstige Erinnerungsstücke an die Vergangenheit mehr musealer Art. Es befindet sich nach mancherlei Umzügen jetzt in Hof Güll bei Lich im Hause Joseph Lischka.

VII. Der Sprecher. Unter den Ämtern des Familienbundes ist das des Sprechers das jüngste, es besteht erst seit einigen Jahren. Es erwies sich als zweckmäßig, die amtlichen Funktionen des Seniors sowie die eigentliche Leitung des Verbandes einem besonderen Funktionär, dem Sprecher, zu übertragen. Er hat einen Vertreter, der im Notfalle an seine Stelle tritt. Wie die übrigen Vorstände, wird er ab 1976 vom Familientag bestätigt und handelt, wenn erforderlich, in Abstimmung mit dem Familienrat.

 

D. Das Wappen der Familie Bernbeck

Das anläßlich des 75-jährigen Bestehens des Familienverbandes im Jahre 1951 angenommene Verbandswappen, zu dessen Führung auch die darin vereinigten Träger des Namens Bernbeck berechtigt sind, zeigt in Gold drei (2:1) schwarze Bärenköpfe, dazwischen einen blauen Wellenbalken. Es ähnelt dem Wappen einer ausgestorbenen fränkischen Familie Bernbeck, hat aber als zusätzliches Unterscheidungsmerkmal den Wellenbalken, der auf die niederdeutsche "Beke" hinweist.

Aktuell setzt sich der Familienrat wie folgt zusammen:

Senior John William Schowengerdt (A3524)  
Sprecher der Familie Eckhard Kalbhenn (A213312)
 Helmut Oberer (A21611)
Rendant Dr. Peter Bernbeck (E4522)  
Schriftleiter Dr. Peter Bernbeck (E4522) Eckhard Kalbhenn (A213312)
Webmaster & Genealoge Benedikt Bernbeck Eckhard Kalbhenn (A213312)
     
Stamm A: Wahl Dieter Kiltz (A21431) Karl-Adolf Wahl (A21612)
Stamm B: Strack I Debbi Skornia (B313121) Maria Richter (B35831)
Stamm C: Bernbeck-Langd Loremarie Zipp (C8131, F9321) Dr. Bendikt Bernbeck (C25134)
Stamm D: Strack II Alexander Rabenau (D4433) Heidi Todt (D41135)
Stamm E: Bernbeck-Lehrbach Dr. Peter Bernbeck (E4522) Christa Arnold (E3421)
Stamm F: Bichmann Anna Stamer (F9422) Adolf-Ludwig Clotz (F6235)
Stamm G: Scriba Cornelia Höhl (G3541) Meline Schudt (G354)
Stamm H: Strack III Gudrun Henß (HB73223) Hermann Strack (HB7425)
Ehrenmitglieder Ulla Vollberg-Bernbeck (C2512)
Erhard Vollberg (C2512)

 

 

Der deutsche Familientag der Familie Bernbeck findet alle zwei Jahre (in geraden Jahren) statt, in der Regel eine Woche nach Pfingsten und üblicherweise in der Nähe von Gießen.  Sehr häufig hat er insbesondere in Winnerod stattgefunden.  In den ungeraden Jahren dazwischen findet meistens ein sog. kleiner Familientag statt für die in der Region Gießen bis Frankfurt lebenden Mitglieder.

 

Unsere amerikanischen Mitglieder halten ebenfalls Familientage ab. Der gesamte Stamm Strack I - also alle Nachfahren von Karl Konstantin Strack (B3) - tut dies etwa alle 4 Jahre in Missouri, wobei der erste 1999 in Washington, Missouri, stattfand. Der nächste, ursprünglich für 2003 geplante, Familientag fand allerdings nicht statt.  Teile des Stammes Bernbeck-Lehrbach - und zwar die Nachfahren von Otto Bernbeck (E5) - haben inzwischen schon 2 Familientage abgehalten, nämlich 2003 in Norfolk, Nebraska und 2005 in Salina, Kansas.

 

Der deutsche Familientag ist laut den Statuten der Familie das höchste Gremium des Familienverbands.  Zwischen den Familientagen leitet in seinem Auftrag der Familienrat unter dem Sprecher der Familie die Geschäfte.

 

Auch die Bedeutung des Namens „Bernbeck“ ist dunkel.  Versuche zur Deutung des Namens sind gemacht worden von Johann Daniel Bernbeck (gest. als Pfarrer zu Heuchelheim (1825), von Karl Bernbeck (gest. als Alterthumsforscher zu Gießen 1864) und von Dr. Karl Leimbach, dermalen Provinzial-Schulrath in Breslau.  Danach kommen folgende 6 Deutungen in Betracht:

  1. „Bärenbecken“, aus Bär und Becken; nach dieser an sich sehr einfachen Deutung ließ Joh. Daniel Bernbeck-Wirberg (Heuchelheim) sich einen Petschaft anfertigen, auf welchem ein Bär mit einer Vordertatze ein Becken hält. (Vergl. d. Wappen von Berlin, Bern, Bernburg.)
  2. „Bärenbec“ = Bärenschnauze; bec heißt nämlich auch Schnabel, d.i. das scharfe, spitze, pickende Maul der Vögel.
  3. „Biberbach“ d.i. der Bach, an welchem sich der Biber aufhält, niederdeutsch Bernbeck. (Daher auch Ortsname, früher Beuerbeke, Beverbeke, Bernbeke, Bieberbecke); bach = beke im Hessischen, = beck im Niederdeutschen.
  4. „Bärenbach“, aus Bär = bêro (ursus) und Bach.
  5. „Berenbach“, aus Ber und Bach = Eberbach; ber = althochdeutsch bêr = angelsächsisch bar = englisch boar, d.i. porcus, Zuchteber.
  6. „Ber(n)becken“, aus Ber = Eber (wie in Berno und Bernhard) und beken (englisch back und bacon) = Schinken, Keule, so daß Bernbeck soviel wäre wie Eberschinken, Eberkeule.

Die Deutungen unter 2 – 5 rühren von Karl Bernbeck, die unter 1 von dessen Vater Joh. Daniel Bernbeck und die unter 6 von Karl Leimbach her.  Dieser geht mit den Erklärungen zu 1,2 und 5 scharf ins Gericht.  Zu 1 (Bärenbecken) weist er den Gedanken zurück, dem Bären ein Becken, sei es zur Musik oder zum Waschen, in die Tatze zu geben; zu 2 (Bärenbec) bemängelt er die Gleichstellung von Schnabel (bec) mit Schnauze; von einem Schnabel des Bären könne man nicht reden.  Zu 5 (Bernbach) hält er es für undenkbar, daß ein Bach nach einem zahmen Eber (Porcus) benannt worden; die Bezeichnung ber komme aber dem wilden Eber (aper) nicht zu.  Zu 4 (Bärenbach) erscheint ihm bedenklich, den Bären mit dem Wasser in Verbindung zu bringen; immerhin hält er diese Deutung für zulässig, zumal auch in Göthe’s Reinecke Fuchs der Bär ins Wasser gekrochen sei.  Eher noch will sich K. Leimbach mit der 3. Deutung K. Bernbecks (Biberbach) befreunden, da der Biber im Wasser lebe und der Ortsname Beverbeck sicher mit Biberbach identisch sei, auch die Schreibung Bernbecke für Beverbeck vorkomme.  Am meisten redet K. Leimbach, welcher übrigens K. Bernbecks sehr gesunde etymologische Ansichten rühmend anerkennt, der von ihm gegebenen 6. Lösung das Wort, wonach Bernbeck = Ber(n)beken so viel bedeutet als Eberschinken, Eberkeule.  Wer sich im Uebrigen für die Studien dieser beiden Gelehrten in der Familie über die Herleitung des Namens Bernbeck besonders interessiert, dem seien die bezüglichen Aufsätze im Corr. Blatt 1976 S. 79 und S. 83 dringend empfohlen.  Eine unanfechtbare Lösung dieser Frage wird bei der mangelhaften geschichtlichen Ueberlieferung bezüglich der Herkunft der Vorfahren nicht möglich sein.  Sollte es richtig sein, daß, wie Karl Bernbeck überliefert, die Familie Bernbeck aus den Niederlanden stammt, und daß einer der Urahnen bei seinen jährlichen Wanderungen nach Holland sich eines Eberspeeres zu seiner Sicherheit und Stütze bedient habe, dann wäre dies ein Grund mehr für die Ableitung des Namens Bernbeck von Ber = Eber und beke oder beck = Bach d.h. Eberbach oder von Ber (Eber) und beken (engl. back, Schinken, Keule) = Eberschinken, Eberkeule.  Hierbei darf aber folgende erhebliche Thatsache nicht außer acht gelassen werden.  Auf die Mittheilung, daß im Archiv zu Höchst a.d. Nidder ein Bernbecksches Wappen bezw. die Zeichnung eines solchen aufbewahrt werde, wandte sich der Verfasser dieses Werkes an das Kgl. Heroldsamt in Berlin und bat unter Mittheilung einer Handzeichung um nähere Auskunft.  Am 10. März 1896 langte von dieser Behörde die Nachricht ein, daß „das vorgelegte Wappen, abgebildet in Siebmachers Wappenbuch III 127 No. 8, V 251 No. 2 und V 275 No. 1 einem, wie es scheint, ursprünglich bürgerlichen Geschlecht Namens Bernbeck in den Städten Rothenburg a.d. Tauber und Windsheim, angehöre, woselbst weitere Nachforschungen anzustellen sein dürften.“  Davon, daß dieses Geschlecht, wie man angenommen, am Niderrhein angesessen gewesen sei, ist dem Kgl. Heroldsamt nichts bekannt.  Auf bezügliche Anfrage ist aus Rothenburg eine Antwort überhaupt nicht, dagegen aus Windsheim die Mittheilung eingegangen, daß der Name Bernbeck seit 1801 dort nicht mehr vorgekommen sei.  Hieraus, sowie aus der oben erwähnten Notiz in Jöchers Gelehrtenlexikon geht hervor, daß der Name Bernbeck bereits zu Anfang des 16. und bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Mittelfranken vertreten gewesen ist. )  Obwohl ein Zusammenhang dieses Geschlechts mit dem unsrigen nicht nachgewiesen, auch wohl kaum nachweisbar ist, so darf uns doch dessen Wappen schon aus etymologischen Gesichtspunkten nicht ganz gleichgiltig sein.  Dieses Geschlechtswappen, das am Helm 1, im Schilde 3 aufrechtstehende Bärenköpfe zeigt, läßt als redendes Wappen doch annehmen, daß die Führer desselben ihren Namen Bernbeck von dem Bären hergeleitet haben.  Freilich käme hierbei auch das Alter des Wappens in Betracht, über welches nichts Näheres bekannt ist.  Wenn Joh. Daniel Bernbeck sich einen Petschaft herstellen und darauf einen Bären, der mit der Vordertatze ein Becken hält, abbilden ließ, so hat dieser Petschaft jedenfalls keinen heraldischen Werth, zumal feststeht, daß dies nur darum geschehen, weil auch die Städte Berlin, Bern, Bernburg etc. einen Bären in ihrem Wappen führen.

Kenntnisstand 1921:

Der Familienname Bernbeck ist zu einer stehenden Rubrik auch in unserem Familienbuch geworden. Verschiedene Familienglieder haben die Bedeutung des Namens zu ergründen versucht. In der 1. Auflage des Stammbaums sind sechs verschiedene Deutungen erwähnt und besprochen: 1. "Bärenbecken" (aus Bär und Becken), 2. "Bärenbek" = Bärenschnauze; 3. "Biberbach" (aus Biber und Bach), 4. "Bärenbach" (aus Bär und Bach), 5. "Berenbach = Eberbach (aus Ber und Bach) und 6. "Ber(n)becken" = Eberkeule.

Inzwischen hat sich ein Freund der Familie, Herr Prof. Dr. Röschen-Laubach, der Sache angenommen. Er hält eine andere Deutung für einfacher und ungezwungener, indem er davon ausgeht, daß die Hausmarke, das Firmenschild der Ausgangspunkt zur Bildung des Wortes gewesen sei, so daß Bernbeck nichts anderes bedeute als "Bären-Bäcker", d.h. den Bäcker mit dem Bären im Schilde. Zu dem gleichen Ergebnis kommt Vetter Karl Bernbeck (Gießen) in seinem auf dem Familientag 1912 gehaltenen Vortrag über "Die Entstehung des Namens Bernbeck und den gegenwärtigen Stand der Familienforschung". Er weist nach, daß nach der im Rothenburger Archiv aufbewahrten Familienbeschreibung von Erhard, die bereits im I. Band des Stammbaums erwähnt wurde, ein Heinrich "Beck", der um 1350 lebte, seinen Namen erweiterte in "Bernbeck" oder, wie es dort wörtlich heißt: "Beck nunc Bernbeck". Beck ist das oberdeutsche Wort für Bäcker und ist noch jetzt in der dortigen Mundart gebräuchlich. Es wird hier mitgeteilt, daß ein Bernbeck der ehrsamen Zunft der Bäckermeister angehört und zur Unterscheidung von den anderen Bäckern, die sich Beck nannten, einen Bären im Hausschild geführt habe.

Diese Deutung des Namens hätte viel für sich, wenn ein Zusammenhang zwischen unserer Familie und den Bernbecken in Bayern nachgewiesen wäre. Dies ist aber keineswegs der Fall. Karl Bernbecks Feststellungen haben sofort den auf dem Gebiete der Familienforschung äußerst rührigen und erfahrenen Vetter August Nies auf den Plan gerufen, der in dem Artikel: "Beiträge zur Geschichte der Familie Bernbeck" den Beweis dafür antritt, daß die alte Überlieferung, wonach die Bernbecke aus den Niederlanden oder wohl richtiger vom Niederrhein stammen sollen, nicht von der Hand zu weisen ist. Ihm ist es gelungen, festzustellen, daß der älteste nachweisbare Stammvater der Familie "Diderich Bernbeck" Vorsteher im Amt Hattingen, Regierungsbezirk Arnsberg, gewesen und daß er daselbst um das Jahr 1614 geboren ist. Es ergibt sich dies aus dem Inhalt des Gießener Kopulationsprotokolls, wonach Johann Henrich Bernbeck, "Sohn des Dietrich Bernbeck, Vorsteher im Amt Hattingen", am 11. Januar 1688 die Anna Gertraud Loos heiratete. Auch im Kopulationsprotokoll von Hattingen wird ein Peter Bernbeck als "des Vorstehers Diderich Bernbecken" ehelicher Sohn bezeichnet. Es darf hiernach angenommen werden, daß unser Erzvater Diderich Bernbeck weder in Gießen geboren ist noch je dort gewohnt hat, und daß der erste in Gießen wohnhaft gewesene Ahne Johann Henrich Bernbeck aus Hattingen am Niederrhein zugezogen und dort geboren ist. Auch in der über die Aufnahme des Joh. Henrich Bernbeck als Bürger in Gießen aufgenommene Urkunde vom 18. Juni 1688 ist der Ort Hattingen oder Hatting deutlich angegeben. Nach August Nies erscheint auch die Herkunft des Namens Bernbeck nicht mehr zweifelhaft. Nach seinen Forschungen kommt in Hattingen und Umgebung die Endung "beck" an Familiennamen sehr häufig vor, und zwar mit denselben Varianten wie bei Bernbeck geschrieben: - "beck", - "becken", - "in der Beck", - "aus der Beck". Das "beck" bedeutet hier überall soviel wie "Bach" und hat nichts mit dem süddeutschen - beck = becker = Bäcker zu tun. Die Vorsilbe Ber (Beren, Beeren, Behren) glaubt August Nies in Übereinstimmung mit Karl Bernbeck sen., dem "Onkel Neustädter", auf "Biber" zurückführen zu sollen, so daß Bernbeck = Beverbeck auf einen Bach hinweisen wprde, in dem Biber vorkommen. Diese Deutung kann auch nicht erschüttert werden durch die Tatsache, daß das Familienwappen Bären aufweist. Dieses Wappen stammt erst aus dem Ende des 18. Jahrhunderts und ist ohne heraldischen Wert.